Alu Dachträger aus Vierkantprofilen für den Sprinter selbst gebaut: stabiler, flexibler und Offroad tauglicher Eigenbau für den Mercedes W9074x4
Warum ein Dachträger im Eigenbau?
Bei unserem Mercedes Sprinter W907 4x4 war relativ schnell klar, dass wir einen Dachträger brauchen. Allerdings wollten wir nicht einfach irgendein fertiges System aufs Dach schrauben. Unser Dachträger sollte sich möglichst genau an unseren Camper-Ausbau anpassen und vor allem eines bieten: maximale Flexibilität.
Deshalb haben wir unseren Sprinter Dachträger selber gebaut.
Dabei ging es uns nicht nur darum, Geld gegenüber einem fertigen Markensystem zu sparen. Viel wichtiger war uns die Möglichkeit, selbst festzulegen, wo später Solarpanels, Beleuchtung, Kisten oder anderes Zubehör montiert werden.
Auch eine Plattform beziehungsweise kleine „Sonnenterrasse“, wie man sie mittlerweile auf vielen Campern sieht, wäre mit unserem System grundsätzlich möglich.
Die Basis bilden Alu-Vierkantprofile in 40x40 und 40x80 mm. Dadurch ist unser Dachträger modular aufgebaut. Wir können Querträger versetzen, Befestigungen ergänzen und den gesamten Aufbau später verändern, ohne gleich einen komplett neuen Dachträger bauen zu müssen.
Beim Befestigungsmaterial haben wir konsequent auf Edelstahl gesetzt. Das betrifft sowohl Schrauben und Unterlegscheiben als auch die verwendeten Nutensteine. Gerade bei einem Bauteil, das dauerhaft Wind und Wetter ausgesetzt ist, wollten wir spätere Rostprobleme möglichst vermeiden.
Die Konstruktion wird mit M8-Edelstahlschrauben befestigt. Zusätzlich haben wir alle relevanten Verschraubungen mit mittelfester Schraubensicherung gesichert.
Eine kleine Besonderheit sind die roten Markierungen an den Schraubenköpfen. Dafür verwenden wir einen Schraubenmarkierungsstift. Sollte sich eine Verschraubung bewegen, können wir das bei einer Sichtkontrolle sofort erkennen.
Zweiteiliger Offroad Dachträger gegen Verwindungen
Eine der wichtigsten Besonderheiten unseres Sprinter 4x4 Dachträgers erkennt man auf den ersten Blick überhaupt nicht.
Der vermeintlich durchgehende Dachträger besteht tatsächlich aus zwei voneinander getrennten Konstruktionen.
Der hintere Bereich steht auf sechs Füßen, der vordere Bereich auf vier Füßen. Beide Teile sind technisch nicht miteinander verbunden.
Warum dieser Aufwand?
Unser Sprinter ist ein 4x4 und soll auch abseits befestigter Straßen bewegt werden. Dabei verwindet sich die Karosserie. Würden wir einen langen und sehr steifen Dachträger über die gesamte Fahrzeuglänge bauen, könnten entsprechende Kräfte auf die Konstruktion und deren Befestigungspunkte wirken.
Deshalb haben wir den Dachträger geteilt. Vorderer und hinterer Teil können unabhängig voneinander arbeiten.
Optisch wollten wir allerdings keinen sichtbaren Spalt mitten im Dachträger haben. Deshalb haben wir an dieser Stelle eine Art Fake-Verbindung gebaut. Von außen sieht die Konstruktion dadurch fast wie ein durchgehender Dachträger aus, tatsächlich bleiben beide Hälften jedoch voneinander entkoppelt.
Gerade für unseren Einsatzzweck als Offroad Dachträger ist das für uns ein wichtiger Bestandteil der Konstruktion.
600 Watt Solar, LED-Lightbar versteckte Kabel
Der große Vorteil unseres modularen Systems zeigt sich bei der Ausstattung.
Auf dem Dach befinden sich insgesamt 600 Watt Photovoltaik. Bereits bei der Position unserer beiden Dachluken haben wir darauf geachtet, möglichst viel zusammenhängende Fläche für die Solarmodule zu erhalten. Deshalb sitzen beide Dachfenster relativ weit vorne und nebeneinander.
Für die Montage der Solarpanels haben wir eigene Alu-Z-Profile zugeschnitten und diese auf den Querträgern befestigt.
Auch die Verkabelung wollten wir nicht einfach sichtbar über den Dachträger führen. Die Leitungen für Beleuchtung und Solaranlage verlaufen deshalb geschützt innerhalb beziehungsweise auf den Innenseiten der Aluprofile.
In den Ecken haben wir wasserdichte und UV-beständige Verteilerdosen direkt an den Profilen montiert. Von dort gelangen die Leitungen über entsprechende Dachdurchführungen ins Fahrzeug.
Und weil sich ein Camper-Ausbau erfahrungsgemäß immer weiterentwickelt, haben wir gleich zusätzliche Dachdurchführungen als Reserve vorgesehen. Das erspart uns später möglicherweise ein erneutes Bohren ins Fahrzeugdach.
Bei der LED-Beleuchtung am Sprinter haben wir ebenfalls die Möglichkeiten des Dachträgers ausgenutzt. Vorne sitzt eine große LED-Lightbar, deren Neigungswinkel sich einstellen lässt.
Zusätzlich befinden sich an den vier Ecken vier separat schaltbare Arbeitsscheinwerfer. Damit können wir bei Bedarf einzelne Bereiche rund um das Fahrzeug ausleuchten. Die hinteren Scheinwerfer können beispielsweise auch beim Rückwärtsfahren im Gelände hilfreich sein.
Für den Campingbetrieb haben wir weitere Hella-Außenleuchten seitlich und hinten montiert. Dabei können wir zwischen weißem Licht und einem angenehmeren Warmweiß wählen. Gerade wenn wir im Dunkeln am Stellplatz ankommen und unser Camp aufbauen, ist diese Umfeldbeleuchtung wesentlich angenehmer als extrem helles Arbeitslicht.
Integrierte LED-Positionslampen
Ein kleines Detail gefällt uns besonders gut: In die Profilhalterungen haben wir kleine LED-Positionslampen integriert. Nach vorne leuchten sie weiß, nach hinten rot und markieren im Dunkeln die äußeren Abmessungen unseres Fahrzeugs.
Damit übernimmt unser Dachträger inzwischen weit mehr Aufgaben als lediglich Gepäck zu transportieren.
Er ist Träger für die 600-W-Solaranlage, Basis für unsere komplette Außenbeleuchtung und gleichzeitig vorbereitet für weiteres Zubehör.
Kisten, zusätzliche Halterungen oder beispielsweise Sandbleche lassen sich später ergänzen. Auch einen Hi-Lift beziehungsweise weiteres Offroad-Zubehör könnten wir in die Konstruktion integrieren.
Deshalb würden wir wieder für Eigenbau entscheiden
Natürlich darf man den Aufwand nicht unterschätzen. Ein solches System zu planen, die Profile zuzuschneiden, Halterungen anzufertigen, Kabel sauber zu verlegen und anschließend alles zu montieren, kostet Zeit und erfordert handwerkliches Geschick.
Dafür erhält man einen Dachträger, der sich sehr genau an die eigenen Bedürfnisse anpassen lässt.
Auch beim Preis-Leistungs-Verhältnis ist unser Alu Dachträger Eigenbau für uns eine interessante Alternative zu fertigen Markensystemen geworden.
Und das Wichtigste: Sollten sich unsere Anforderungen irgendwann ändern, müssen wir nicht wieder bei null anfangen. Wir können Profile versetzen, den Aufbau verändern oder weiteres Zubehör ergänzen.
Genau diese Flexibilität war von Anfang an der Hauptgrund, warum wir unseren Sprinter Dachträger selber bauen wollten.
Folgende Materialien haben wir verwendet:
Aluminium Profile 40x40 und 40x80 inkl. Abdeckkappen
Gekauft bei: MyAluprofil
Montagewinkel, Füße & 4 Außenecken aus Edelstahl
Gekauft bei: DeltaVan
Nutensteine M8 Nut 10 Typ B mit Steg aus Edelstahl
Gekauft bei: 3D24
Schrauben und Scheiben aus Edelstahl
Gekauft bei: Frantos
Winkel & Eckwinkel
Gekauft bei: Stahl-Shop24 & edelstahl24
Folgende Beleuchtung haben wir verwendet:
Osram Lightbar VX1000-CB DR SM
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XBB CAN Bus Modul inkl. Funkrelais
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Hella LED Zusatzscheinwerfer Black Magic Cube 3,2 Zoll Nahfeldausleuchtung
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Gekauft bei Amazon*: zur Zeit nicht lieferbar :-(
Abzweigdosen / Verteilerdosen IP68 Wasserdichte in schwarz
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Photovoltaik & Material:
Folgendes Werkzeug/Maschinen haben wir verwendet:
Akkuschrauber Einhell Professional TP-CD 18/80 Li BLGekauft bei Amazon*: https://frasyl.de/go/akkuschrauber
Bohrmaschine klein Bosch Schlagbohrmaschine EasyImpact 600
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Kapp & Gärungssäge Bosch Professional Kappsäge GCM 8 SJL
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Nass & Trockensauger Einhell Nass-Trockensauger TE-VC 2340 SACL
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Standbohrmaschine Bosch Tischbohrmaschine PBD 40
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