Seitenfenster im Sprinter W907 nachrüsten: Ausschnitt sägen, Rostschutz, Innenrahmen bauen, Dämmen und Fenster sicher & dicht einbauen, so geht es!
Beim Ausbau unseres Sprinter 4x4 W907 zum Camper stand irgendwann ein Arbeitsschritt an, bei dem man schon zweimal überlegt, bevor man das Werkzeug ansetzt: Wir wollten zwei Seitenfenster einbauen. Schließlich bedeutet das nichts anderes, als zwei große Ausschnitte in die bislang geschlossene Karosserie zu sägen.
Trotzdem war für uns schnell klar, dass die Fenster in unseren Camper gehören. Sie bringen deutlich mehr Tageslicht in den Innenraum, lassen sich zum Lüften öffnen und machen aus dem geschlossenen Kastenwagen optisch und praktisch immer mehr einen richtigen Camper.
Wir zeigen Dir, wie wir beim Einbau vorgegangen sind – vom Anzeichnen über den Ausschnitt mit der Stichsäge und den Rostschutz bis zum selbst gebauten Innenrahmen aus Siebdruckleisten. Außerdem werfen wir einen Blick auf die Fenster und die Fensterkassetten mit Verdunkelung und Fliegengitter.
Erst kommt der Ausschnitt
Wer bei einem Sprinter W907 Fenster einbauen oder Seitenfenster nachrüsten möchte, kommt um einen ziemlich endgültigen Arbeitsschritt nicht herum: Das Blech muss raus.
Bevor wir zur Stichsäge gegriffen haben, haben wir deshalb die Position und den benötigten Ausschnitt sorgfältig festgelegt und kontrolliert. Gerade bei einem solchen Eingriff lohnt es sich, lieber einmal mehr zu messen. Ist der Ausschnitt erst einmal gemacht, lässt sich ein Fehler schließlich nicht mehr so einfach korrigieren.
Den eigentlichen Ausschnitt haben wir mit einer Stichsäge hergestellt. Damit lässt sich das Karosserieblech kontrolliert schneiden und der vorgezeichneten Kontur gut folgen.
Nach dem Sägen war die Arbeit allerdings noch lange nicht erledigt. Die Schnittkanten haben wir gründlich geschliffen und entgratet. Das ist nicht nur für eine saubere Montage wichtig. Durch das Sägen liegt an den Schnittkanten blankes Metall frei, das unbedingt gegen Korrosion geschützt werden muss.
Deshalb haben wir die bearbeiteten Kanten anschließend sorgfältig mit Rostschutz behandelt.
Dieser Arbeitsschritt kostet nur wenig zusätzliche Zeit, sollte beim Camper-Ausbau aber keinesfalls übersprungen werden. Gerade an einem Fahrzeug, das viele Jahre genutzt werden soll und regelmäßig Feuchtigkeit, Regen und starken Temperaturschwankungen ausgesetzt ist, möchten wir an solchen Stellen später keine Rostprobleme bekommen.
Innenrahmen bauen und Seitenfenster montieren
Die nächste Herausforderung wartete auf der Innenseite unseres Sprinters.
Im Bereich der neuen Seitenfenster befinden sich Streben der Karosserie. Diese haben wir mit einem Multitool so weit gekürzt, wie es für unseren Einbau notwendig war.
Anschließend haben wir einen viereckigen Innenrahmen aus Siebdruckleisten gebaut. Dieser Rahmen schafft die notwendige Grundlage für die Befestigung des Fensters mit dem mitgelieferten Innenrahmen und sorgt gleichzeitig für einen sauberen Höhenausgleich zwischen Karosserie und Innenbereich.
Für uns war wichtig, diesen Rahmen stabil und möglichst passgenau anzufertigen. Schließlich übernimmt er später noch eine weitere Aufgabe: Auf dieser Konstruktion werden auch die Fensterkassetten mit Sichtschutz beziehungsweise Verdunkelung und Fliegengitter befestigt.
Damit besteht der Einbau eines Seitenfensters beim Sprinter eben nicht nur daraus, ein Loch ins Blech zu schneiden und das Fenster hineinzusetzen. Ausschnitt, Rostschutz, Anpassungen im Innenbereich und ein stabiler Rahmen gehören genauso zur Arbeit.
Die von uns verwendeten Seitenfenster besitzen außen eine leichte Krümmung mit einem Radius von 5000 mm und eignen sich dadurch für die Karosserie eines Kastenwagens. Die pulverbeschichteten Aluminiumprofile halten das Gewicht vergleichsweise niedrig und sorgen gleichzeitig für eine saubere Oberfläche.
Die Fenster sind doppelt verglast, UV-beständig und verfügen über einen Höhenausgleich. Geöffnet werden sie über manuelle Teleskopaussteller. Die Scheibe lässt sich dabei stufenlos einstellen und bleibt selbsttragend in der gewünschten Position.
Für den Einsatz im Fahrzeug ebenfalls wichtig: Die Fenster verfügen laut Hersteller über eine TÜV-geprüfte Bauartgenehmigung mit Prüfzeichen und entsprechen der StVZO.
Verdunkelung und Fliegengitter
Nachdem die eigentlichen Seitenfenster eingebaut sind, folgt später noch die Innenausstattung. Dafür verwenden wir passende Fensterkassetten, die speziell für Wohnmobil- und Camperfenster mit Aluminiumrahmen entwickelt wurden.
Der Rahmen der Kassette besteht ebenfalls aus pulverbeschichtetem Aluminium. Für uns interessant ist vor allem die Kombination aus Insektenschutz, Sonnenschutz und Verdunkelung.
Das Material des Rollos reflektiert einen Teil der Sonneneinstrahlung und soll dadurch helfen, die Aufheizung des Innenraums zu reduzieren. Die dunkle Innenseite sorgt gleichzeitig für Sichtschutz und Verdunkelung – gerade im Schlafbereich unseres Campers ein wichtiger Punkt.
Besonders interessant finden wir die Magnet-Mechanik. Statt klassischer Züge oder empfindlicher Rollmechanismen werden die Elemente über Magnetlippen gehalten. Fliegengitter und Verdunkelung lassen sich dadurch unabhängig voneinander positionieren.
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