Tarp oder Markise am Camper? Unsere Entscheidung für den Sprinter 4x4


Tarp oder Markise am Camper? Unsere Entscheidung für den Sprinter 4x4

Tarp oder Markise am Offroad Camper? Wir zeigen, warum wir an unserem hohen Sprinter 4x4 ein Tarp nutzen und wie Aufbau und Befestigung funktionieren.

Tarp oder Markise am Camper? 

Wer seinen Camper oder Kastenwagen ausbaut, steht früher oder später vor der Frage: Tarp oder Markise? Beide Systeme bieten Sonnenschutz und schaffen einen geschützten Platz neben dem Fahrzeug. Doch gerade bei hohen Fahrzeugen wie unserem Mercedes-Benz Sprinter 419 CDI 4x4 W907 sieht die Sache etwas anders aus.

Wir haben uns lange mit dieser Entscheidung beschäftigt. Schließlich hatten wir an unserem Jeep Wrangler bereits drei Markisen montiert: jeweils eine an den Seiten und eine am Heck. Damit waren wir ausgesprochen zufrieden. Egal, aus welcher Richtung die Sonne kam, wir konnten uns einen schattigen Platz suchen.

Bei unserem Sprinter 4x4 mussten wir allerdings umdenken. Durch die Fahrzeughöhe würde eine fest montierte Markise so weit oben sitzen, dass sie uns bei seitlich einfallender Sonne nur wenig Schatten bieten könnte.

Deshalb haben wir uns für eine andere Lösung entschieden: Tarp statt Markise am Sprinter 4x4. Mittlerweile haben wir zwei Tarps gekauft und zeigen in unserem Video, wie wir sie nutzen, befestigen und mit einfachen Mitteln für unsere Bedürfnisse optimiert haben.

Welcher Sonnenschutz ist am Camper besser?

Eine klassische Camper-Markise hat zweifellos ihre Vorteile. Sie ist fest am Fahrzeug montiert, jederzeit griffbereit und lässt sich je nach Modell relativ schnell ausfahren. Gerade bei niedrigeren Fahrzeugen ist das eine komfortable Lösung.

Unsere Erfahrungen mit dem Jeep waren durchweg positiv. Dort konnten wir mit den drei Markisen praktisch rund um das Fahrzeug Schatten schaffen.

Beim Sprinter sieht das anders aus. Unser 4x4 ist bereits ab Werk höher als ein gewöhnlicher Kastenwagen. Hinzu kommt die Ausführung mit 4,1 Tonnen zulässiger Gesamtmasse und die damit verbundene größere Fahrzeughöhe.

Eine Markise müsste entsprechend hoch montiert werden. Das bringt für uns zwei entscheidende Nachteile mit sich.

Erstens wäre die Schattenwirkung bei tief stehender Sonne eingeschränkt. Die Sonnenstrahlen könnten seitlich unter die Markise gelangen, sodass wir trotz ausgefahrener Markise in der Sonne sitzen würden.

Zweitens wäre die hoch montierte Markise stärker dem Wind ausgesetzt. Gerade beim Overlanding, wenn wir auf freien Flächen stehen, ist das ein wichtiger Punkt.

Ein Tarp am Camper lässt sich dagegen deutlich flexibler aufbauen. Wir können die äußere Seite niedriger stellen, eine Ecke absenken oder die gesamte Fläche schräg spannen. Dadurch lässt sich der Schatten wesentlich besser an den Sonnenstand anpassen.

Auch eine Kombination aus zwei Tarps ist möglich. So können wir bei Bedarf eine größere überdachte Fläche schaffen oder den Sonnenschutz anders ausrichten.

Natürlich hat ein Tarp auch Nachteile. Es muss befestigt und abgespannt werden, benötigt zusätzliche Stangen und Heringe und lässt sich nicht einfach wie eine fest montierte Markise ausfahren.

Für uns überwiegt trotzdem die Flexibilität.

Aufbau mit Dachträger und Karabinern

Damit sich unser Tarp möglichst unkompliziert nutzen lässt, haben wir die Tarp-Befestigung am Sprinter etwas verändert.

Die Grundlage bildet unser selbst gebauter Dachträger aus Aluminiumprofilen. An diesem haben wir drei Befestigungsösen angebracht. Dazu verwenden wir Nutensteine, die sich in die Profilschienen einschieben lassen.

An den Ösen können wir das Tarp mit Karabinern einhängen. Die Karabiner bleiben dauerhaft am Tarp befestigt. So müssen wir beim Aufbau keine Knoten machen, sondern können die Verbindung einfach einklicken.

Auch unsere Abspannseile haben wir mit Karabinern ergänzt. Dadurch lassen sich die Seile schnell anbringen, entfernen oder anders positionieren.

Der Lieferumfang unseres preiswerten Tarps ist für den Einstieg bereits ordentlich. Neben dem eigentlichen Tarp gehören eine Transporttasche, sechs Abspannseile und sechs Aluminiumheringe dazu.

Die Verarbeitung hat uns positiv überrascht. Das Material wirkt hochwertig, die Nähte sind sauber ausgeführt und die Innenseite besitzt eine reflektierende Beschichtung.

Für den normalen Aufbau am Fahrzeug verwenden wir zwei Teleskopstangen. Diese bilden die äußeren Auflagepunkte, während die andere Seite am Dachträger befestigt wird.

Wir besitzen allerdings insgesamt vier Teleskopstangen. Damit können wir das Tarp auch unabhängig vom Fahrzeug aufstellen. Jede Stange wird dann entsprechend abgespannt. Außerdem ergeben sich zusätzliche Möglichkeiten, die Fläche seitlich zu verändern oder ein weiteres Tarp zu ergänzen.

Eine Besonderheit unseres hohen Sprinters ist die Erreichbarkeit der Dachträgerösen.

Beim Aufbau nutzen wir die Beifahrertür beziehungsweise die geöffnete Schiebetür und im hinteren Bereich die Hecktüren, um die Befestigungspunkte zu erreichen.

Auf der gegenüberliegenden Fahrzeugseite wäre das schwieriger. Dort bräuchten wir eine Leiter oder einen entsprechend hohen Tritt. Da wir keine zusätzliche Leiter mitnehmen möchten, nutzen wir das Tarp vorerst hauptsächlich auf der gut erreichbaren Seite.

Mit vier Teleskopstangen bleibt uns aber jederzeit die Möglichkeit, es unabhängig vom Sprinter aufzubauen.

Heringe und praktische Verbesserungen

Ein guter Tarp-Aufbau am Camper hängt nicht nur vom Sonnensegel selbst ab. Mindestens genauso wichtig sind die Befestigung und die richtige Abspannung.

Besonders praktisch finden wir die Karabiner. Sie sind zwar kein Muss, erleichtern uns aber den regelmäßigen Auf- und Abbau erheblich.

Auch die mitgelieferten Abspannseile machen einen guten Eindruck. Sie besitzen Versteller, mit denen sich die Spannung regulieren lässt. Dabei sollte man unbedingt darauf achten, dass das Seil richtig durch den Versteller geführt wird. Andernfalls kann es unter Zug nachgeben.

Bei den Heringen würden wir dagegen nicht ausschließlich auf das mitgelieferte Zubehör setzen.

Die leichten Aluminiumheringe sind durchaus brauchbar. Für unterschiedliche Untergründe empfehlen wir allerdings zusätzliche, stabile Heringe.

Auf festem oder steinigem Boden verwenden wir massive Heringe, die sich auch mit einem Hammer einschlagen lassen. Für sandige oder sehr weiche Böden haben wir spezielle Sandheringe dabei.

Das macht einen erheblichen Unterschied. Schließlich soll das Tarp nicht bei jeder kleinen Belastung nachgespannt oder neu aufgebaut werden müssen.

Bei stärkerem Wind oder angekündigtem Unwetter sollte ein Tarp grundsätzlich rechtzeitig abgebaut werden. Auch die Befestigungspunkte am Dachträger müssen für die auftretenden Zugkräfte geeignet sein.

Was uns besonders überrascht hat, ist das Preis-Leistungs-Verhältnis unseres Tarps. Wir haben uns für ein sehr günstiges Modell entschieden, das zum Zeitpunkt unseres Kaufs nur knapp über 20 Euro kostete.

Trotzdem sind wir mit der Verarbeitung und dem Material bislang sehr zufrieden. Wir haben das Tarp inzwischen mehrfach ausprobiert und sehen für unseren Einsatzzweck keinen zwingenden Grund, deutlich mehr Geld auszugeben.

Unser Fazit: Tarp oder Markise?

Eine Markise ist keineswegs grundsätzlich die schlechtere Wahl. An unserem Jeep würden wir uns wahrscheinlich wieder dafür entscheiden.

Bei unserem hohen Sprinter 4x4 sieht es anders aus. Hier ist das flexible Tarp für uns die sinnvollere Lösung. Wir können den Schatten genau dort schaffen, wo wir ihn brauchen, die Neigung verändern und das Sonnensegel bei Bedarf sogar unabhängig vom Fahrzeug verwenden.

Mit den zusätzlichen Karabinern, den Ösen am Dachträger und den passenden Heringen haben wir eine Lösung gefunden, die sich im Alltag unkompliziert nutzen lässt.

Im Video zeigen wir euch den kompletten Aufbau, unsere Befestigung am Sprinter und die kleinen Verbesserungen, die den Umgang mit dem Tarp deutlich erleichtern.

Wie sieht es bei euch aus? Nutzt ihr am Camper lieber eine feste Markise oder ein flexibles Tarp?


Folgende Materialien haben wir verwendet:

Tarp von Unigear Rain Fly, Wind- und Wasserdicht, faltbar, leicht
Gekauft bei Amazon*:  https://frasyl.de/go/tarp

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Haftungsausschluss: Dieses Video und der begleitende Beitrag dienen ausschließlich allgemeinen Informationszwecken. Alle dargestellten Inhalte basieren auf unserer persönlichen Einschätzung und Vorgehensweise und stellen keine verbindliche Anleitung dar. Für Schäden oder Fehler, die durch Verwendung, Anwendung, Bedienung oder Installation entstehen, übernehmen wir keine Haftung.

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